Sie waren das Überbleibsel der gemeinsamen Verwaltung Nachkriegsdeutschlands durch die Alliierten - die Militärmissionen, die von den vier Mächten in den jeweils anderen Zonen eingerichtet wurden.
Besondere Brisanz erhielt die Institution, als die Allianz der Siegermächte auseinander brach und der Kalte Krieg begann. Denn die alliierten Offiziere hatten weiterhin das Recht, sich in besonders gekennzeichneten Fahrzeugen frei zu bewegen.
Das führte immer wieder zu wilden Verfolgungsjagden - etwa wenn westliche Diplomaten ihre Ausflüge zum Spionieren nutzten und sich dabei erwischen ließen.
Nicht die einzige kuriose Begebenheit, die aus der Trennung resultierte. So wurde beim Häftlingsfreikauf weit mehr getrickst und betrogen als bisher bekannt war.
Immerhin brachte der Menschenhandel der DDR insgesamt mehr als drei Milliarden D-Mark ein - Devisen, die der Staat dringend benötigte und für die er offenbar auch "Extra-Häftlinge" produzierte.
Bizarr muten auch so manche Protokolle des SED-Politbüros an, in denen festgehalten wurde, was den Parteigranden wirklich wichtig war - DDR-Alltag aus der Sicht von "oben".
Es geht aber auch um die Geschichte von "unten": Die Wildwest-Sehnsucht vieler DDR-Bürger, die von der Stasi misstrauisch beäugt wurde, ein "Rolling Stones"-Konzert, das nicht stattfand, und ein deutsch-deutsches Fußballspiel, das Furore machte.
100 Jahre nach der Geburt Erich Honeckers zeigt "History", mit welchen Absurditäten sich die Menschen in der DDR arrangierten und welche Blüten die deutsche Teilung mitunter trieb.



(VPS 14.08.2012, 02:35 Uhr)

