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EM-Halbfinale Deutschland - Italien

Hrubesch: "Grundstein wurde bei der U 21-EM gelegt"

Kurzmeldung

  • 13:08 26.06.2012Kurzmeldung

    Löw: Wollen unser Spiel durchdrücken 13:08 26.06.2012
    Joachim Löw zeigt sich auf der letzten DFB-PK in Danzig zuversichtlich, dass sich die Nationalelf im Halbfinale gegen Italien durchsetzen wird. "Wir werden unsere Philosophie nicht ändern und wollen unser Spiel gegen die Italiener durchdrücken. Es ist aber durchaus möglich, dass es einige Veränderungen in der Startelf gibt. Griechenland ist nicht der Maßstab." Das Lob, mit dem er von den Medien überhäuft wird, möchte Löw auf die Mannschaft verteilt wissen. "Das Team geht mit meinen Personalentscheidungen sehr gut um und hält die Konzentration hoch. Das ist sehr wichtig."

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von Ralf Lorenzen

Deutschland gegen Italien im Halbfinale einer EM - das gab es vor drei Jahren schon einmal. Nicht nur das Duell Neuer gegen Balotelli erlebt seine Neuauflage - die halbe deutsche Mannschaft wurde 2009 in Schweden U21-Europameister.

Es läuft die letzte Minute im Halbfinale der Europameisterschaft, Deutschland führt mit 1:0 gegen Italien. Vierzig Meter vor dem deutschen Tor gibt es noch einmal Freistoß, zu dem Italiens Jungstar Mario Balotelli anläuft.  Der stramm geschossene Ball flattert in der Luft so stark, dass Torwart Manuel Neuer ihn nur noch volley von der Torlinie schlagen kann.

ZITAT
Khedira und Co. sind leidensfähig und leidenschaftlich, haben aber auch genügend Demut, um immer alles zu geben
Horst Hrubesch

Der lachende Neuer

Der Keeper muss noch die ganze lange Nachspielzeit hindurch über seine Parade lachen und schlägt sich immer wieder mit der Hand auf den Kopf. „Damit wollte ich den Jungs zeigen, dass ich mich bei dem Ball wie ein Tipp-Kick-Spieler gefühlt habe“, erklärt er die Handbewegung später. Egal, Deutschland steht im Finale.

Horst Hrubesch und Manuel Neuer / Quelle: imago

Horst Hrubesch, Manuel Neuer
Quelle: imago

So geschehen am 26. Juni 2009 in Helsingborg im Halbfinale der U21-Europameisterschaft. Morgen in Warschau könnte es nicht nur zu einem Wiedersehen zwischen Manuel Neuer und Mario Balotelli kommen. Die halbe deutsche Nationalmannschaft ist mit Spielern besetzt, die vor drei Jahren in Schweden Europameister wurden.

Nicht nur spanische Wunderkinder

Auch Jerome Boateng, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil sowie Reservist Benedikt Höwedes standen in Helsingborg auf dem Platz. Dazu kommt Marcel Schmelzer, damals wie heute der Back Up für die Position des linken Verteidigers. Und auch auf italienischer Seite haben außer Mario Balotelli vier weitere Spieler den Sprung auf die große Fußball-Bühne geschafft, unter anderem Rechtsverteidger Ignazio Abate.

„Vor der U 21-EM haben viele von den spanischen "Wunderkindern" gesprochen. Denen habe ich immer entgegen gehalten, dass in den anderen Ländern auch von unseren Wunderkindern gesprochen wird“, “, erinnert sich der Trainer der deutschen Wunderkinder, Horst Hrubesch, gegenüber ZDFSPORT.de. Nach holprigem Beginn steigerte sich sein Team von Spiel zu Spiel bis England im Finale mit 4:0 hinweggefegt wurde.

Richtige Weichenstellungen

„Ich habe direkt nach dem Endspiel zu Jogi Löw gesagt, dass er in eine komfortable Lage kommt, weil so viele gute junge Spieler nachrücken“, sagt Hrubesch heute. Wer die Spielfreude und das Selbstbewusstsein der Deutschen Mannschaft im damaligen Finale erlebt hat, kommt nicht umhin, Parallelen zu heute zu sehen.  

 

„Mesut Özil und Sami Khedira,  aber auch Manuel Neuer und einige weitere, haben die richtigen Entscheidungen bei den Vereinswechseln getroffen und sich dadurch auf ein höheres Niveau entwickelt. Der Grundstein dafür wurde bei der U 21-EM gelegt, weil sie dort gemerkt haben, welche Anforderungen international gelten und dass sie diese Erwartungen erfüllen können.“

Leidenschaft und Demut

Horst Hrubesch ist zwar vorsichtig mit dem Begriff der „Goldenen Generation“, sieht aber durchaus Verbindendes im Charakter vieler Spieler, die heute  zwischen 23 und 25 Jahre alt sind.  „Spieler wie Sami Khedira und Manuel Neuer, aber auch Lars Bender, Benedikt Höwedes und Marcel Schmelzer haben zwei Eigenschaften, die sie zu Winnertypen machen: Sie sind leidensfähig und leidenschaftlich, haben aber auch genügend Demut, um immer alles zu geben.“

 

Mit diesen Eigenschaften traut der jetzige Trainer der U19-Nationalmannschft der deutschen Mannschaft zu, den Triumph von 2009 auf einer höheren Ebene zu wiederholen.  „ Ein entscheidender Faktor könnte auch unsere gute Bank werden, denn die nachrückenden Spieler können sich problemlos in Jogi Löws Pläne und Spielweise einfügen,“ so Hrubesch.

Nicht nur Erfolgsgeschichten

So war das auch 2009, als Hrubesch im Finale gegen England den Stürmer Sandro Wagner aus dem Ärmel zauberte, der mit zwei Treffern zum Matchwinner wurde. Der weitere Karriereverlauf von Wagner zeigt allerdings genau wie der des Siegtorschützen gegen Italien, Andreas Beck, dass der frühe Erfolg für manchen Spieler mehr Belastung als Ansporn war.

27.06.2012
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