London Calling
Die Zehnkampf-Familie Freimuth
von Torsten HaselbauerDie Ähnlichkeit ist unübersehbar. Großgewachsene Kerle sind beide. Drahtig, schlank, bis in den letzten Muskel durchtrainiert und attraktive Athleten dazu. Rico Freimuth kommt vielleicht etwas schlaksiger daher, ist mit 1,96 Meter auch ein paar Zentimeter größer als sein Vater Uwe. Der hat als Zehnkämpfer einstmals echte Maßstäbe gesetzt. Im Jahr 1984 stellte Uwe Freimuth in Potsdam mit 8792 Punkten einen DDR-Rekord auf. "Es läuft rund - endlich"Damit rangiert er in der ewigen Rangliste immer noch an zweiter Stelle in Deutschland (hinter Jürgen Hingsen - 8832 Punkte) und achter Stelle in der Welt.
„Ich kann viel von meinem Vater lernen und mache das auch. Das ist doch ein echter Wettbewerbsvorteil, den ich nutzen kann und will“, sagt der Sohn Rico und ist ziemlich stolz darauf. Rico Freimuth, den sein Vater nie in die Königsdisziplin gedrängt hat, ist der Aufsteiger unter den deutschen Zehnkämpfern.Dem 24 jährigen Ausnahmetalent gelang es innerhalb von nur einem Jahr, sich in die deutsche Spitze zu kämpfen. „Es läuft einfach rund“, sagt Rico Freimuth ZDFsport.de. Endlich plagen den Modellathleten keine Verletzungen mehr und den reibungslosen Wechsel von dem Trainings- in den Wettkampfmodus hat er auch gefunden.
ZITAT
„Ich kann viel von meinem Vater lernen und mache das auch. Das ist doch ein echter Wettbewerbsvorteil, den ich nutzen kann und will.”Rico Freimuth
Die besten Zehnkämpfer
1. Ashton Eaton (USA) 9039 Punkte
2. Roman Sebrle (CZE) 9026 Punkte
3. Tomas Dvorak (CZE) 8994 Punkte
4. Dan O' Brien (USA) 8891 Punkte
5. Daley Thompson (GBR) 8847 Punkte
6. Jürgen Hingsen (GER) 8832 Punkte
7. Bryan Clay (USA) 8832 Punkte
8. Erik Nool (EST) 8815 Punkte
9. Uwe Freimuth (DDR)8792 Punkte
10. Trey Hardee (USA) 8790 Punkte
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12. Siegfried Wentz (GER) 8762 Punkte
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17. Frank Busemann (GER) 8706 Punkte
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20. Torsten Voss (DDR) 8680 Punkte
21. Guido Kratschmar (GER) 8667 Punkte
1. Ashton Eaton (USA) 9039 Punkte
2. Roman Sebrle (CZE) 9026 Punkte
3. Tomas Dvorak (CZE) 8994 Punkte
4. Dan O' Brien (USA) 8891 Punkte
5. Daley Thompson (GBR) 8847 Punkte
6. Jürgen Hingsen (GER) 8832 Punkte
7. Bryan Clay (USA) 8832 Punkte
8. Erik Nool (EST) 8815 Punkte
9. Uwe Freimuth (DDR)8792 Punkte
10. Trey Hardee (USA) 8790 Punkte
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12. Siegfried Wentz (GER) 8762 Punkte
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17. Frank Busemann (GER) 8706 Punkte
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20. Torsten Voss (DDR) 8680 Punkte
21. Guido Kratschmar (GER) 8667 Punkte
Schwachstellen und PotenzialIn Götzis/Österreich, beim traditionellen Frühjahrsmeeting der Zehnkämpfer Ende Mai, löste Rico Freimuth mit einer persönlichen Bestleistung von 8322 Punkten das Qualifikations-Ticket für die Olympischen Spiele in London. Locker und leicht. „Rico hat unheimliches Potenzial“, sagte sein Coach Wolfgang Kühne nach dem Wettkampf. Die Olympischen Spiele in London hatte Kühne da schon fest im Blick.
Freimuth und Kühne haben für die Spiele in den vergangenen zwei Monaten in Halle/Saale intensiv trainiert, „oft vier bis sechs Stunden täglich“, so Freimuth. Das selbstkritische Duo hat alle Wettkämpfe analysiert und Schwachpunkte ausgemacht. „Im Weitsprung, Hochsprung, 1500 Meter und Speerwurf ist sicher viel mehr drin“, erklärt Freimuth ZDFsport.de. Dafür läuft es in anderen Disziplinen wie von selbst. Im 110 Meter-Hürdensprint sind in Deutschland nur fünf Spezialisten überhaupt schneller als er. Der Athlet lief die Strecke in diesem Jahr in 13,79 Sekunden - bei kräftigem Gegenwind. Und auch seine 100 Meter-Zeit (10,62 Sekunden) von Götzis ist für einen Zehnkämpfer außergewöhnlich gut. Echter HeißspornRico Freimuth, übrigens ein begeisterter Hobbykoch, sagt auch deshalb: „Mit dem Tiefstapeln muss jetzt eigentlich einmal Schluss sein“. Und doch wehrt er sich standhaft, die Punktezahl 8500 als olympisches Wettkampfziel öffentlich zu benennen. „Ich will in London Bestleitung bringen. Wo ich dann damit lande, ist nichts weiter als Spekulation. Mehr sage ich dazu nicht“, erklärt Freimuth bemerkenswert bescheiden. Gilt doch der Zehnkämpfer als ein echter Heißsporn. Einer, der immer sagt, was er denkt. „Schüchtern bin ich wirklich nicht, eher extrovertiert“, gibt der Deutsch-Rap und Hip Hop Fan Rico Freimuth offen zu.
Seinem Vater Uwe hat Rico Freimuth übrigens geraten, den Zehnkampf-Wettbewerb statt live im Londoner Olympiastadion lieber daheim vor dem Fernseher zu verfolgen. „Da sieht er einfach mehr“, so der Olympionike. Vielleicht dann sogar das schöne Bild, wenn Sohn Rico auf dem Medaillentreppchen steht.
19.07.2012
Uwe Freimuth
Quelle: imago
Quelle: imago
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„Mit dem Tiefstapeln muss jetzt eigentlich einmal Schluss sein.”Rico Freimuth



