50. Bundesliga-Saison
Eintagsfliegen, Überraschungen, Skandale
Deutscher Meister 1964 1. FC Köln
49 Jahre Bundesliga - ein Rückblick
1963 - 1969: Überraschungen und Skandale
Im August 1963 war sie endlich da: Mit der Bundesliga schuf der DFB als letzter Verband unter den Fußball-Großmächten eine einheitliche nationale Profi-Liga. 16 Mannschaften starteten in die Premieren-Saison, dabei ist der Hamburger SV als einziges Team seitdem immer in der Eliteklasse vertreten.
Gründungsmitglied Preußen Münster ist dagegen sofort abgestiegen und nie mehr zurückgekehrt. Der Klub mit den damals professionellsten Strukturen wurde der erste Bundesliga-Meister. Das traditionelle Endspiel musste der 1. FC Köln dabei nicht mehr bestreiten. Nach 30 Spieltagen landete die Schale im Geißbockheim. Einmalig: Der amtierende Meister Nürnberg stieg im Jahr 1969 aus der Eliteklasse ab.
Die Meister von 1964 bis 1969:
1964 1. FC Köln
1965 Werder Bremen
1966 TSV München 1860
1967 Eintracht Braunschweig
1968 1. FC Nürnberg
1969 Bayern München
1970 - 1979: Mönchengladbach und Bayern dominieren
Die 1970er Jahre wurden vom Duell zweier Mannschaften geprägt, deren Fußball-Philosophien unterschiedlicher nicht hätten sein können. Erfolgreich jedoch waren beide Vereine. Auf der einen Seite Borussia Mönchengladbach, deren "Fohlenelf" um den genialen Zehner Günter Netzer einen erfrischenden Offensivfußball zelebrierte, auf der anderen Seite der nüchternere FC Bayern, der vom "Kaiser" Franz Beckenbauer als Libero gelenkt wurde.
1965 waren beide Teams in die Bundesliga aufgestiegen. Zwischen 1969 und 1977 schaffte Gladbach fünf Meisterschaften, die Bayern vier. Neun Jahre lang konnte den beiden kein anderer Klub das Wasser reichen. Auch international vertraten die beiden den deutschen Fußball ausgezeichnet.
Die Meister von 1970 bis 1979:
1970, 1971, 1975, 1976, 1977 Bor. Mönchengladbach (5)
1972, 1973, 1974 Bayern München (3)
1978 1. FC Köln
1979 Hamburger SV
1980 - 1989: Ein Wiener Grantler und König Otto
Die 1980er Jahre brachten zunächst einen neuen Hauptkonkurrenten des FC Bayern hervor. Der Hamburger SV erlebte unter dem österreichischen Grantler Ernst Happel seine Bundesliga-Blütezeit. Doch auch der Trainerfuchs konnte die Dominanz des Münchner Nobelklubs nicht nachhaltig stoppen. Und auch der Satz von Bremens Kapitän Mirko Votava angesichts der Werder-Meisterschaft 1988 hatte keine längere Halbwertszeit: "Wir haben die Vorherrschaft der Bayern gebrochen."
Doch mit dem ersten Titelgewinn unter Trainer Otto Rehhagel hatte sich Werder Bremen nach vielen Jahren als Graue Maus der Liga endgültig zum Spitzenteam gemausert. "König Ottos" lange Regentschaft (März 1981 bis Mai 1995) gehört zu den großen Erfolgsgeschichten des deutschen Fußballs.
Die Meister von 1980 bis 1989:
1980, 1981, 1985, 1986, 1987, 1989 Bayern München (6)
1982, 1983 Hamburger SV (2)
1984 VfB Stuttgart
1988 Werder Bremen
1990 - 1999: Wiedervereinigung
Deutschlands WM-Titel 1990 leitet einen Boom in der Bundesliga ein, der bis heute anhält. Die Zuschauerzahlen steigen kontinuierlich an, das Interesse an der Eliteklasse wächst beständig. Das Ende der DDR sorgte außerdem dafür, dass endlich wieder ein gesamtdeutscher Meister ermittelt wurde. 1991/1992 ging die Liga mit 20 Mannschaften an den Start, darunter mit Hansa Rostock und Dynamo Dresden erstmals zwei Ostvereine.
Der VfB Stuttgart sicherte sich in der Vereinigungs-Saison in einem Herzschlagfinale seinen vierten Meistertitel. Doch neben den Bayern bestimmten Bremen, Kaiserslautern und Dortmund das Fußball-Jahrzehnt. Gerade die schwarz-gelbe Borussia hatte lange auf die Rückkehr in den Kreis der Großen warten müssen.
Die Meister von 1990 bis 1999:
1990, 1994, 1997, 1999 Bayern München (4)
1991, 1998 1. FC Kaiserslautern (2)
1995, 1996 Borussia Dortmund (2)
1992 VfB Stuttgart
1993 Werder Bremen
2000 - heute: Der Rekordjäger
Die Fans, ob Sympathisanten oder Gegner des FC Bayern München, bekunden ihren Respekt in einem einzigen Wort: Rekordmeister. Und das sind die Bayern unbestritten - und nicht erst seit der Jahrtausendwende. Schon seit 1987 - mit dem Gewinn des zehnten Meistertitels - sind die Münchner am häufigsten auf der Schale verewigt. Sie lösten damals den 1. FC Nürnberg (neun Titel) ab.
In den 24 Jahren nach 1987 sind weitere zwölf Meisterschaften hinzugekommen. Doch in den letzten beiden Jahren hat Borussia Dortmund mit einem jungen Team und dem immer noch jungen Coach Jürgen Klopp den Titel geschnappt. Und das mit überragend schönem Fußball.
Die Meister von 2000 bis 2012:
2000, 2001, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010 B. München (7)
2002, 2011, 2012 Borussia Dortmund (3)
2004 Werder Bremen
2007 VfB Stuttgart
2009 VfL Wolfsburg




