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Bundesliga - Aufsteiger

Die runderneuerte Diva

  • Oka Nikolov
  • Bilderserie Betriebsunfall ausgebügelt
  • Oka Nikolov
    Ersatzbank Eintracht Frankfurt / Quelle: imago

    Ist das künftig sein Stammplatz? Eintracht-Routinier Oka Nikolov (re.) im Kreise der Kollegen auf der Frankfurter Bank.

    (14.08.2012 Quelle: imago)
    BilderserieBetriebsunfall ausgebügelt
    Aufsteiger Eintracht Frankfurt_Meister 1959 / Quelle: imago

    Eintracht Frankfurt hat den Horror-Abstieg der Saison 2010/2011 nach nur einem Jahr im Unterhaus wieder ausgebügelt. Jetzt verspricht der Präsident Fischer: "Wir steigen garantiert nicht wieder ab."

    (12.07.2012)
    Von Florentin Bub

    Eintracht Frankfurt ist kein gewöhnlicher Aufsteiger. Trotz ausbleibender sportlicher Erfolge in den letzten Jahren ist die Euphorie im Umfeld des Klubs riesig. Die Zeiten, in denen der bedächtige Vorstandschef Heribert Bruchhagen auf die Euphorie-Bremse drückte, sind vorüber. Manager Bruno Hübner und Trainer Armin Veh haben nun im sportlichen Bereich das Sagen. Die beiden haben eine Vision und die Fans hängen an ihren Lippen.

    Problemzone Innenverteidigung

    Doch selbst der 4:2-Sieg im letzten Testspiel gegen Champions-League-Teilnehmer Valencia täuschte nicht über die Großbaustelle der Frankfurter hinweg: bei den Gegentoren wurde die Innenverteidigung klassisch ausgehebelt. Kein Wunder, mit Heiko Butscher steht derzeit nur ein fitter Innenverteidiger im Kader. Neuzugang Vadim Demidov ist mit dem Abwehrverbund noch nicht eingespielt. Bamba Anderson, den Hübner nach einer Ausleihe in der vergangenen Saison nun endgültig von Borussia Mönchengladbach an den Main lotste, hat nach einer Mandelentzündung Trainingsrückstand. Derzeit warten die Eintracht-Verantwortlichen sehnsüchtig auf den dritten Neuzugang in der Innenverteidigung. Carlos Zambrano vom FC St. Pauli soll es sein. Der 23-Jährige wird am Freitag in Frankfurt erwartet.

    ZITAT
    Ohne Abwehr kann man nicht Fußball spielen. Wir brauchen vier Innenverteidiger, wenn das nicht klappt, ist es Harakiri.
    Armin Veh
    Armin Veh war die Problemzone Innenverteidigung schon im ersten Trainingslager in Windischgarten (Österreich) ein Dorn im Auge. Der 51-Jährige klagte: „Ohne Abwehr kann man nicht Fußball spielen. Wir brauchen vier Innenverteidiger, wenn das nicht klappt, ist es Harakiri.“ Kommt Zambrano, ist das Innenverteidiger-Quartett vollständig – allerdings weder fit, noch eingespielt.

    Eintracht sucht Heil in der Offensive

    Hoffnungen wecken hingegen die Offensivkräfte. Die Neuzugänge, allen voran Stefan Aigner, haben in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen. Etablierte Kräfte wie Alex Meier, Sebastian Rode oder Kapitän Pirmin Schwegler präsentierten sich ebenfalls in toller Frühform. Entsprechend zufrieden war Schwegler mit den Testspielen: „Wir konnten einiges umsetzen, was wir einstudiert haben. Wir sind nach vorne sehr variabel. Das hilft uns, mutig zu spielen. Und das wollen wir ja in der Bundesliga.“ Die Worte des Schweizers sind Wasser auf die Mühlen seines Trainers, denn Veh will, dass seine Mannschaft agiert statt zu reagieren. Dass die offensive Grundausrichtung die Eintracht anfällig für Konter machen könnte, weiß der Coach, doch er geht das Risiko gern ein: „Das ist unser Stil. Ich verspreche mir mehr davon, als wenn wir 30 Meter vor dem Tor darauf warten, dass wir einen reinbekommen.“

    „Goldene Generation“ reift heran

    Armin Veh / Quelle: imago

    Armin Veh
    Quelle: imago

    Der abermalige Umbruch seiner Mannschaft mit einem Dutzend Neuzugängen, Dorge Kouemaha und Zambrano schon eingerechnet, sowie zehn Abgängen macht Veh indes wenig Sorgen. Schließlich sei es nach dem Abstieg darum gegangen, binnen kurzer Zeit neue Spieler zu finden, die den Wiederaufstieg schaffen können. „Jetzt sind wir in der Bundesliga und müssen perspektivisch denken. Wir haben ein Team, das sich entwickeln kann. Es geht auch darum, vor der nächsten Spielzeit nicht wieder zehn Neue zu holen“, erklärt Veh. Denn der Eintracht-Trainer sieht eine „goldene Generation“ heranreifen. Mit Sebastian Jung, Rode und Sonny Kittel haben sich junge Talente bereits in den Fokus gespielt. Marc-Oliver Kempf (17) und Marc Stendera (16) stehen schon in den Startlöchern.

    ZITAT
    Wenn Eintracht Frankfurt nicht den Anspruch hat, in ein paar Jahren in den Europapokal zu kommen, dann verstehe ich den Sinn nicht.
    Armin Veh
    Zudem holte Manager Hübner mit Kevin Trapp vom 1. FC Kaiserslautern eines der größten Torwart-Talente Deutschlands in die Main-Metropole. Jener Trapp soll in Frankfurt das nahezu Unmögliche schaffen und Eintracht-Urgestein Oka Nikolov aus dem Kasten verdrängen. Trapp stand im letzten Test gegen Valencia zwischen den Pfosten und Vieles deutet daraufhin, dass er auch im DFB-Pokal gegen Aue sowie im ersten Spiel in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen das Frankfurter Tor hüten wird. Dann werden vermutlich fünf weitere Neuzugänge in der Startelf stehen. Bastian Oczipka, Vadim Demidov, Stefan Aigner und Olivier Occean scheinen gesetzt, der japanische Nationalspieler Takashi Inui kämpft mit Dauerbrenner Benjamin Köhler noch um den Platz im linken Mittelfeld.

    „In ein paar Jahren Europapokal“

    Die launische Diva vom Main hat sich runderneuern lassen. Dem Selbstvertrauen tut das keinen Abbruch. Auch wenn Vehs Ziel für die erste Saison „Drinbleiben“ lautet, scheut er sich nicht vor dem Blick in die Ferne: „Wenn Eintracht Frankfurt nicht den Anspruch hat, in ein paar Jahren in den Europapokal zu kommen, dann verstehe ich den Sinn nicht.“

     

     

     

    16.08.2012
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