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Die Macht des Fanatismus  

"Die Spur des Bösen"

Norwegen und der Breivik-Prozess

Am 22. Juli 2011 sterben bei zwei Terroranschlägen in Norwegen 77 Menschen. Festgenommen wird der rechtsradikale und von den Behörden als christlicher Fundamentalist eingestufte Norweger Anders Behring Breivik. Seit April läuft der Prozess gegen ihn. Hermann Bernd berichtet ein Jahr nach den Anschlägen aus Norwegen. 

maedchen stehen in utvika (norwegen) am 24.07.2011 am ufer gegenueber der insel utoya. / Quelle: dpa

"Die Spur des Bösen"

Wenige Tage nach dem Anschlag trauern Mädchen in Utvika am Ufer gegenüber der Insel Utoya.

(17.07.2012 Quelle: dpa)

Zehn quälend lange Wochen dauerte in Norwegen der Prozess gegen den Attentäter Anders Behring Breivik, der am 22. Juli 2011 69 junge Menschen, Angehörige der Jugendorganisation der Sozialdemokraten, beim Massaker auf der kleinen Fjordinsel Ütöja getötet hatte. Kurz vorher waren bei einem verheerenden, von Breivik verübten Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo acht Menschen ums Leben gekommen.

Im Angesicht des Unfassbaren

Breivik schlägt sich mit der Faust an die Brust / Quelle: Reuters
Attentäter Anders Breivik während dem Prozess (Quelle: Reuters)
Für die Dokumentation "Die Spur des Bösen – Norwegen und der Breivik-Prozess" hat ZDF-Skandinavien-Korrespondent Hermann Bernd die Ereignisse nach dem 22. Juli 2011 dokumentiert und war Zeuge des Prozesses in Oslo. In seinem Film schildert er die Motive des Attentäters und die Diskussion, ob er zurechnungsfähig ist oder nicht. Opfer und Angehörige kommen zu Wort – aber auch der Verteidiger des Massenmörders. Die Urteilsverkündung ist für den 24. August geplant.

Der lange Prozess war vor allem quälend für die Opfer und Angehörigen. Doch sie haben stets betont, dass auch einem Massenmörder wie Breivik ein rechtsstaatlicher Prozess zugestanden werden muss. Die Norweger wollten zeigen, dass sie auch im Angesicht des Unfassbaren ihre demokratischen Werte nicht preisgeben.

Mit dem Trauma weiterleben

"Wir müssen mit diesem Trauma weiterleben", sagt Eskil Pedersen, der Vorsitzende der norwegischen Jungsozialisten, "Es ist kein einziger Tag seit dem 22. Juli 2011 vergangen, an dem ich nicht daran gedacht habe". Er spricht von dem schrecklichsten Gewaltverbrechen, das Norwegen seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Anders Behring Breivik hat die Morde gestanden. Bis ins Detail hatte er beide Anschläge geplant, als Motiv gibt er später an, Norwegen gegen den Islam und den Kulturmarxismus verteidigen zu wollen.

21.07.2012

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