Die geheimen Höhlen der Grafen Bégouën
Bislang hatte kaum jemand die Möglichkeit, die einzigartigen Artefakte dieser Höhlen zu bestaunen. Die sogenannten Volp-Höhlen sind seit Generationen im Besitz der Familie Bégouën. Das Familienoberhaupt Robert Bégouën wehrt sich - wie auch schon sein Vater und Großvater - strikt gegen jegliche touristische Nutzung und jede noch so kleine Veränderung. Nur kleine Wissenschaftlergruppen wurden eingeladen, ihre Forschungsarbeiten durchzuführen.
Der Schatz aus Lehm wir nicht vermarktet
In den Höhlen finden sich Eulen, Löwen oder Fabelwesen an den Wänden. Doch in den Tiefen versteckt haben die Bégouën, einen Schatz gefunden, der alles andere in den Schatten stellt: Zwei aus Lehm modellierte Wisente, die zerbrechlich 14 Jahrtausende überdauert haben. Obwohl sich die "Bison d´Argil" vorzüglich als Werbeträger machen würden, hat sich die Familie gegen eine Kommerzialisierung entschieden.Herrschaft über das Höhlen-Land
Robert Bégouën: Wir haben ganz zielgerichtet die Parzellen über den Höhlen erworben, so dass uns jetzt praktisch der gesamte Grund darüber gehört. Wir haben also die Herrschaft über das Land. Und das ist auch sehr wichtig. Wir haben mit den Bauern ganz besondere Pachtverträge. Sie dürfen zum Beispiel bestimmte Düngemittel nicht verwenden, keine sehr tiefen Löcher graben, Sprengungen durchführen oder die Wege ohne unsere Zustimmung verbreitern."Ein menschliches Grundbedürfnis
In einem kleinen Museum der Familie Bégouën werden die Fundstücke ausgestellt, die bei den wenigen Ausgrabungen in den Höhlen gefunden wurden. Seit der Entdeckung der Höhlen 1912 haben die Bégouën nicht viel geborgen. Es sind Gebrauchsgegenstände, die der frühe moderne Mensch vor über 15.000 Jahren hinterlassen hat.Die Kunstfertigkeit der Jäger und Sammler des Magdalénien - einem Zeitraum zwischen 22.000 und 12.000 Jahren vor Christus - ist verblüffend. Die Artefakte zeigen, dass Kunst und Verzierung von Alltagsgegenständen offenbar menschliche Grundbedürfnisse sind.Sensationelle Einblicke
Das Filmteam durfte erstmals und exklusiv Filmaufnahmen in einer der Volp-Höhlen machen und zeigt beeindruckende Bilder aus dem unterirdischen Inneren der Höhlenformationen.
Prähistorische Pflasterung?
Tief in einer Höhle, mehr als 200 Meter vom Tageslicht entfernt, hat Robert Bégouën eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Die Bewohner der Höhle haben vor 14.000 Jahren tonnenweise Sandsteinplatten an diese Stelle gebracht. Haben etwa steinzeitliche Fliesenleger den Boden mit Sandsteinfliesen gepflastert? Warum diese Stelle der Wohnhöhle Enlène gepflastert wurde, ist bis heute unverstanden. Auffällig ist lediglich die relative Nähe zu den beiden anderen Volp-Höhlen, die wie "Heiligtümer" reich mit Höhlenkunst dekoriert worden sind.Die Familie Bégouën ist sich einig, dass es in dieser Generation keine weiteren Ausgrabungen in den Volp-Höhlen geben wird, obwohl die Wissenschaft mit großartigen Entdeckungen in den beiden unberührten Höhlen "Trois Frère und Tuc D´Audoubert" rechnet.Die Bégouën machen Schule
Längst wird in Frankreich nicht mehr jede neu entdeckte Höhle für Besucher geöffnet. Die Familie Bégouën hat im der Höhlenschutz Maßstäbe gesetzt. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass die beste Chance auf Erhaltung dieses Kulturerbes der Menschheit, der Schutz der Höhle vor dem Menschen ist.

