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Sendung vom 23.08.2012 [Archiv]

Rommels Krieg

Wahrheit und Legende

Kein anderer Militär hatte einen so hohen Stellenwert in der NS-Propaganda wie Erwin Rommel. Schon zu Lebzeiten galt er als Legende - ein Mythos, von der NS-Propaganda gezielt inszeniert, um die Bevölkerung weiter auf Kriegskurs zu halten.  

Rommels Krieg

Seine Legende währte weit länger als das System, dem er lange treu ergeben diente: Erwin Rommel. Auf dem Höhepunkt seiner Erfolge ersetzte sein Ruf, so schien es, ganze Divisionen.

(30.06.2012)

Rommels rasche Vorstöße in Frankreich und später in Nordafrika waren die Markenzeichen dieses populärsten Generals im "Dritten Reich". Seine Feldzüge sollten von Niederlagen an anderen Fronten ablenken.

Die Legende vom fürsorglichen Feldherrn

Doch vieles, was den Mythos Rommel ausmacht, stellt sich in der Realität anders dar. So gilt Rommel bis heute als fürsorglicher, bei Soldaten beliebter Feldherr. Andererseits forderten seine aggressiven Vorstöße hohe Verluste.

Eine besonders blutige Schlacht entbrannte im November 1941 um die libysche Hafenstadt Tobruk, die durch die stärkste Festung Nordafrikas geschützt war. Allein in den ersten beiden Angriffstagen verlor er so 1200 Mann. Erst im Juli 1942 sollte es Rommel gelingen, Tobruk zu erobern. Es war sein größter militärischer Erfolg. Hitler verlieh ihm dafür den Marschallstab.

Erwin Rommel / Quelle: dpa
Hitler stilisierte ihn erst zum Mythos und trieb ihn später zum Selbstmord (Quelle: dpa)

Hitlers "Lieblingsgeneral"

Der Film zeigt, mit welchen Methoden die NS-Führung aus Rommel einen "Propaganda-Star" machte und wie Rommel einen Krieg an mehreren Fronten führte - nicht nur auf den Schlachtfeldern von Nordafrika, sondern auch gegen Neider und Rivalen im Oberkommando des Heeres.

Rommel, der Zeit seines Lebens etwas gelten und in die Annalen der Militärgeschichte eingehen wollte, verdankte seinen steilen Aufstieg der Nähe zu Hitler, der ihn seinen Lieblingsgeneral nannte.

Attentat auf Rommel

Erstmals berichten britische Soldaten eines Sonderkommandos von einem Attentat auf Rommel. Um ein Haar wäre es geglückt. Am 18. November 1941 setzte ein U-Boot das Sonderkommando an der libyschen Küste ab, um Rommel in einem seiner Hauptquartiere gefangen zu nehmen oder zu töten.

Großbritanniens Premier Churchill versprach sich davon einen Propaganda-Coup, der die Moral des deutschen Afrikakorps brechen sollte. Der Versuch scheiterte. Erst in der Schlacht bei El Alamein im Oktober 1942 gelang es den Alliierten, Rommels Truppen den entscheidenden Schlag zu versetzen und die Legende vom scheinbar unbesiegbaren deutschen General zu beenden.

Was wusste Rommel?

Bislang war unbekannt, dass im Afrikakrieg auch Juden in Libyen, Tunesien und Palästina ins Visier der SS gerieten. Was wusste Rommel von den Plänen der NS-Führung in Berlin, den Holocaust auch in den Nahen Osten zu bringen? Was bleibt von der Legende eines angeblich unpolitischen Militärstrategen, der im November 1941 beinahe seinem eigenen Mythos zum Opfer gefallen wäre?

Rommel blieb bis zuletzt Hitlers loyaler General, wollte aber mit dessen Vernichtungskrieg nichts zu tun haben. Der Film "Rommels Krieg" zeigt erstmals, wie knapp Erwin Rommel wirklich davor stand, mit seinen militärischen Erfolgen der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie in Afrika den Weg zu ebnen.

23.08.2012, Quelle: ZDF

Sendungsinformationen

Donnerstag 23.08.2012, 21:45 - 22:25 Uhr 

VPS 23.08.2012, 21:45 Uhr


Länge: 40 min.

Dokumentation, Deutschland, 2011

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