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10. Februar 2012
 

ZDFinfo

 
Kamel-Karawane in der Wüste Marokkos. Quelle: dpa
Neun Tage lang durch die marokkanische Wüste.

Abenteuer, Wildnis und das Glück der Weite

Frauen-Karawane durch die Wüste

Zehn Frauen aus ganz Deutschland - Sekretärin, Personalchefin, Psychotherapeutin, Verkäuferin, Hausfrau und Mutter - haben sich zu einer unglaublichen Reise zusammen gefunden. Eine kleine, kunterbunte Truppe aller Altersklassen hat sich für eine Trekkingtour der ganz besonderen Art entschieden: Begleitet von Reiseleiterin Irina und einem ortskundigen Führer durchqueren sie auf Dromedaren die südmarokkanische Wüste - zehn Tage lang.

 
 
 
 

Keine der Frauen hätte "gedacht, dass das so anstrengend ist", der Kampf mit den Urgewalten in der marokkanischen Wüste. Gewaltig "knirscht es zwischen den Zähnen", und die Entbehrungen bei dieser Expedition unter freiem Himmel sind auch nicht ohne. Aber trotzdem sind der Trip in die totale Wildnis und "dieses einfache Leben total toll".

 

Abseits vom Alltagsstress

Keine ahnt, was in den nächsten Tagen wirklich auf sie zukommen wird. Kennengelernt haben sich die Frauen erst hier. Ob und wie sie miteinander harmonieren, muss sich erst noch zeigen. Wenigstens fällt der "Flirtfaktor", der in gemischten Gruppen anstrengend sein kann, schon mal weg. Der Auftakt erscheint noch harmlos. Doch nach drei Stunden Jeepfahrt durch holpriges Gelände steigen die Frauen auf ihre Wüstenschiffe um.

Infobox

Reiseprogramm

Das besondere Reiseprogramm für Frauen bietet seit 26 Jahren der Veranstalter Frauen unterwegs in Berlin an. Urlaub an den schönsten Orten der Welt, so heißt es im Angebot bei www.frauenunterwegs.de(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) , werden weiblichen Reisenden in kleinen Gruppen zur Auswahl gestellt.

 

Ihre Lust auf Abenteuer hat verschiedene Gründe. Die eine liebt die Herausforderung und will sehen, wie sie ohne regelmäßiges Duschen zurecht kommt. Christa, fast 70 Jahre alt, will erkunden, was sie schafft und auch in extremen Situationen aushalten kann. Und wieder eine andere will abseits ihres stressigen Alltags in der Stille der Wüste die Seele baumeln lassen, zur Ruhe kommen und einfach mal loslassen.

 

Zauber der Wüste zieht in Bann

Es geht los. Die flirrende Hitze liegt über der endlosen Dünenlandschaft. Zur Mittagsrast drängen sich die Frauen unter der einzigen Akazie weit und breit zusammen. Plötzlich tauchen ein paar Nomaden mit ihren Ziegen auf. Der Führer vermittelt ein kleines Tauschgeschäft: Kugelschreiber gegen Mandelblüte - eine erste, scheue Annäherung an die Menschen, die in dieser unwirtlich erscheinenden Einöde leben. Irina wird wieder einmal deutlich, dass die Leute in der Wärme auch in ihrem Wesen wärmer, offener, geselliger sind als bei uns.

 
Angela aus Berlin riecht an einer Blume. Quelle: ZDF
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Angela aus Berlin hat im Alltag Mann und vier Kinder zuhause.

Das scheint sich auch positiv auf die Gruppe zu übertragen. Schon am ersten Abend schaut alles ein bisschen wie Familie aus. Schlagartig wird es dunkel in der Wüste - nur wenig Zeit bleibt, um das Kochzelt aufzuschlagen und die Schlafplätze einzurichten. Danach ist es stockfinster und kalt. Das normale Leben gleitet allmählich weit weg. Der Zauber der Wüste hüllt die Frauen ein.

 

Endlose Sanddünen

Früh am Morgen schälen sich die Abenteurerinnen aus ihren Schlafsäcken. In Staub und Hitze führt die Tour durch die Steinwüste, die Hammada. Mittagspause bei 43 Grad, Zeit für ein Schwätzchen. Die Frauen, die aus unterschiedlichsten Lebensumständen kommen, lernen sich neugierig kennen.

 
Der Schlapplatz der Frauen in der Wüste. Quelle: ZDF
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Der Schlafplatz kann schon mal über 1000 Meter hoch liegen.

Der steile Anstieg am Anti-Atlas-Gebirge ist dann für alle eine besondere Herausforderung. Auf dem Rücken der Dromedare geht's hier nicht hinauf. Da müssen alle selbst kraxeln. Doch der Ausblick vom Hochplateau über die endlosen roten Sanddünen entschädigt für die Anstrengung. Und in der Oase wartet eine Süßwasserquelle - ein echter Segen, die erste Haarwäsche nach ein paar Tagen.

Die Frauen sichern die Zelte während einem Sandsturm in der Wüste. Quelle: ZDF
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Ein Sandsturm hat das Camp erreicht.

Ein bisschen Wehmut

Nach einem anstrengenden Ritt und Fußmarsch erreicht die Frauentruppe die mächtige Düne von Skaga, die größte Düne der Sahara. Der siebte Tag ohne Handy, ohne fließend Wasser, ohne Internet, ohne Kontakt zu Freunden und Familien. Die Bewohner der Wüste bleiben die einzigen Menschen, auf die sie während ihrer Reise stoßen. Krönender Abschluss bildet schließlich ein deftiger Wüstensturm.

 

Die Zelte drohen wegzufliegen, kaum einer kann sich noch auf den Beinen halten und der Sand knirscht überall. Doch dann offenbart die Wüste mit einem bombastischen Sonnenuntergang noch einmal ihre ganze Schönheit. Zurück bleibt ein Gefühl von Glück und Freiheit in der unendlichen Weite, aber auch ein bisschen Wehmut.

 
 
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