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12. Februar 2012
 

ZDFinfo

 
Trabi-Treffen in Prag. Quelle: dpa
Und die "Rennprappe" rollt und rollt...

mojo

Trabi on Tour

Zwei Abenteurer erkunden die Ursprünge der Rennpappe

So ganz geheuer ist den beiden Reportern das Auto von Anfang an nicht. Als Videojournalisten wollen sie die Technik auf 400 Kilometern testen und der Geschichte des Trabis nachgehen. Auf ihrer Route treffen Nicolai und Andreas auf viele Trabi-Freunde. Und sie lernen, was der "Rennpappe" ihren Namen gab.

 
 
 
 

Anschnallen, den Motor starten und losfahren - so einfach ist das beim Trabi nicht. Schon das Einsteigen ist für die zwei hoch gewachsenen Männer eine echte Herausforderung. Nur mit Mühe schieben sie sich auf die Sitze des Fahrzeugs. Doch das ist nicht das einzige Problem. Vor ihrem Start müssen die beiden Reporter eine Nachhilfestunde nehmen.

Letzter Trabi rollt vom Band. Quelle: dpa
dpa
Der letzte Trabant rollt 1991vom Band.

Ein rollendes Verkehrshindernis

Katrin Matzke, die ihren Trabant 601 S für die Abenteuertour zur Verfügung stellt, erklärt, worauf es ankommt. Zum Beispiel beim Tanken: Der Zweitakt-Motor braucht zusätzlich zum Benzin auch noch Öl im Tank. Einen Bremskraftverstärker gibt es nicht, ebenso fehlen Servolenkung und Tankanzeige. Weil das ein paar Informationen zu viel auf einmal sind, hat die Trabi-Besitzerin die wichtigsten Tipps auch noch mal aufgeschrieben und aufs Lenkrad geklebt. Jetzt kann's also losgehen.

Infobox

Was ist mojo

Der Begriff "mojo" steht für "Motion Journalists" - Reporter, die sich bewegen, die sich einer Frage widmen, die sie gerade umtreibt. Eine Frage, die nagt. Etwas, das man schon immer wissen wollte, dem man aber einfach noch nicht nachgegangen ist. Motion Journalists drehen ihre Filme selbst. Ohne Team, ohne Ton- oder Lichtmann. Ihre Geschichten entstammen dem wirklichen Leben.

 

Die geplante Route ist 400 Kilometer lang und führt von Hessen über Thüringen nach Sachsen. Schon auf den ersten Kilometern entlang der Romantikstraße in Osthessen wird Nicolai und Andreas klar: Ihr Fahrzeug ist lauter und langsamer als die anderen. "Wie ein rollendes Verkehrshindernis", staunen die Reporter und lachen. Kein Wunder, bei 26 PS und einem Kofferraum voller Gepäck. Doch damit sind sie nicht allein: Selbst hier in der tiefsten hessischen Provinz trifft Trabi auf Trabi. Kurze Pausen und Fachgespräche bleiben da nicht aus.

 

Mit 26 PS auf die Autobahn

Weiter geht es über die ehemalige innerdeutsche Grenze und durch den Thüringer Wald. Der Trabi quält sich mächtig durch die Kurven. In Oberhof, dem berühmten Wintersportort am Rennsteig, gönnen sich die beiden Abenteurer eine Pause. Zur Belohnung für die erste überstandene Teilstrecke gibt es eine original Thüringer Bratwurst. Früher hat der Trabant im Osten das Stadtbild geprägt - heute wirkt er selbst hier exotisch. Doch die Erinnerungen sind sofort wieder da. Nicolai und Andreas lassen sich von begeisterten ehemaligen Trabi-Fahrern erzählen, wie das so ist mit der Technik und dem Zweitakter.

 
Trabi fährt auf der Straße.
16 Jahre nach Produktionsende ist der Trabant fast ganz aus dem Alltag verschwunden.

Doch die Reise der Videojournalisten ist noch nicht zu Ende. Bis Zwickau wollen sie mit ihrem Trabi fahren, das haben sie sich fest vorgenommen. Dazu müssen sie sich jetzt auf die Autobahn wagen - ein großes Abenteuer für die Trabi-Neulinge. Es brummt und klappert, doch das Vorhaben gelingt. Erschöpft und glücklich erreichen Nicolai und Andreas die Geburtsstadt des Trabis. 50 Jahre ist es her, dass hier der erste Trabant das Licht der Welt erblickte. Doch vom alten Trabantwerk Sachsenring ist nur noch der Name übrig. Heute werden hier zwar immer noch Autoteile hergestellt, aber für eine andere Fahrzeugmarke.

 

Ein Auto wie aus Putzlappen

Trotzdem haben die zwei Journalisten Glück - sie treffen Wolfgang Bartel, einen der Väter des Trabants. Er erfand den Kunststoff Duroplast, der im Kalten Krieg das Blech ersetzte, weil es in der DDR Mangelware war. Mehrere Baumwollschichten wurden zusammengeklebt und gepresst - als würde man aus Putzlappen Autos bauen. So kam der Trabi zu seinem Spitznamen "Rennpappe". Das ist zwar lange her. Doch das Erfinderherz von Wolfgang Bartel schlägt immer noch höher, wenn er einen Trabant sieht. Nicolai und Andreas sind überzeugt: Die Trabi-Reise von West nach Ost hat sich gelohnt.

 
 
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